Ohne eine ausreichende Narkotisierung würden bei operativen Eingriffen heftige Schmerzen entstehen. Doch schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts werden verschiedene Narkosemittel (Narkotika) eingesetzt, um sowohl Schmerzempfinden und ggf. auch Bewusstsein während einer Operation auszuschalten. Erfahren Sie hier, welche Narkose-Arten es gibt, wie sich diese voneinander unterscheiden und was Sie als Patient:in vor und nach einer Operation beachten sollten.
Wie die Narkose funktioniert und was Sie wissen sollten
Welche Narkose-Arten gibt es?
Die unterschiedlichen Narkose-Arten lassen sich in drei Grundformen einteilen:
1. Vollnarkose
2. Teilnarkose
3. Örtliche Narkose
Letztere werden wir in diesem Artikel vernachlässigen, da sie eher selten in der Orthopädie eingesetzt wird. Vor jedem elektiven Eingriff werden Narkosedetails mit dem:der zuständigen Anästhesist:in besprochen und auch offene Fragen und Ängste geklärt. Durch diesen Artikel möchten wir Ihnen schon einen ersten Einblick geben. Genauere Beschreibungen des Ablaufs und weitere Themen klären Sie im besten Fall im Anästhesiegespräch.
Wie unterscheiden sich die verschiedenen Arten und wie funktionieren sie?
Vollnarkose:
„Bei einer Vollnarkose werden sowohl das Bewusstsein der Patienten als auch das Schmerzempfinden gänzlich ausgeschaltet.“ (Techniker Krankenkasse, 2019). Bei einer Vollnarkose wird durch die Injektion von schnellwirkenden Schlafmitteln, Schmerzmitteln und muskellähmenden Medikamenten sichergestellt, dass Patient:innen während einer Operation keine Schmerzen empfinden, sich nicht bewegen können und keine Erinnerungen an den Eingriff haben.
Handelt es sich lediglich um einen kurzen Eingriff, so wird häufig lediglich eine intravenöse Narkose verwendet. Während des gesamten Eingriffs werden die Herztätigkeit, der Blutdruck und weitere Vitalwerte durch den:die Anästhesist:in überwacht.
Nach Beendigung des Eingriffs beginnt die Narkoseausleitung, die Gabe der Narkosemittel wird zunächst reduziert, bevor sie ganz beendet wird. Außerdem werden auch die Beatmungsgeräte entfernt. Im Aufwachraum werden die Vitalzeichen und Organfunktionen überwacht. Bleiben diese normal und stabil und ist der:die Patient:in wieder bei vollem Bewusstsein, kann er:sie entlassen werden, wenn kein Aufenthalt im Klinikum erforderlich ist.
Teilnarkose:
Die Teilnarkose oder auch Regionalanästhesie wird bei Eingriffen an Rücken, Armen, Beinen und anderen Körperteilen eingesetzt. Sie bietet den Vorteil, dass keine künstliche Beatmung und weniger Narkosemittel verwendet werden müssen. So können unerwünschte Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Erbrechen vermieden werden. Zusätzlich können leichtere Schlafmittel gegeben werden, sodass der:die Patient:in nicht mehr bei vollem Bewusstsein ist, aber weiterhin selbständig atmen kann. Es gibt drei Arten der Teilnarkose: Armplexusanästhesie, Spinalanästhesie und Periduralanästhesie. Genaueres können Sie im Anästhesiegespräch erfahren.
Was kann und sollte ich als Patient:in vor einer Narkose beachten?
- Rauchen reduzieren:
Durch die Reduzierung oder das Einstellen des Rauchens in den Wochen vor dem Eingriff verbessert sich die Sauerstoffsättigung im Blut und in der Lunge. - Medikamentenliste anfertigen:
Bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten kann eine Medikamentenliste dem:der Anästhesist:in helfen, einen Überblick über die aktuelle Medikation zu bekommen. - Begleitung klären:
Beschäftigen Sie sich in den Wochen vor Ihrer Operation damit, wer Sie am Tag des Eingriffs begleitet, abholt und auch nach Hause fährt und gegebenenfalls betreut. - Hygiene sicherstellen:
Am Tag der Operation sollten Sie duschen, sich die Haare waschen und Zehen- und Fingernägel schneiden, damit möglichst wenig Keime und Bakterien in den OP-Saal gelangen. - Essen reduzieren:
Sechs Stunden vor dem Eingriff sollten Sie keine Nahrung mehr zu sich nehmen und zwei Stunden vorher kein Wasser mehr trinken.
Was kann und sollte ich als Patient:in nach einer Narkose beachten?
- Keine aktive Beteiligung am Straßenverkehr:
Kümmern Sie sich rechtzeitig um eine Begleitperson, die Sie zur Operation bringt und auch wieder abholt. Wenn dies nicht möglich ist, müssen Sie von einem Taxi nach Hause gefahren werden. Die Kosten hierfür werden meist von der Krankenkasse übernommen. - Betreuung zu Hause:
Zu Hause sollten Sie von einer erwachsenen Person in den ersten 24 Stunden nach dem Eingriff betreut werden. - Regeneration:
Verzichten Sie in dieser Zeit außerdem auf Alkohol, Zigaretten, Schlaf- und Beruhigungsmittel.